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04.05.2017, 11:52 Uhr

Veranstaltung „Wohnen im Kreis Heinsberg“

Am 24.04.2017 fand auf Einladung des Landrats Stephan Pusch die Fachveranstaltung „Wohnen im Kreis Heinsberg“ in den Räumlichkeiten der Kreissparkasse Heinsberg in Erkelenz statt. Die Auswirkungen des demografischen Wandels machen auch vor dem Kreis Heinsberg keinen Halt. Vor diesem Hintergrund muss auch das lokale Wohnungsangebot zielgruppenorientiert und kleinräumig betrachtet werden, da weiter ausdifferenzierte Wohnbedarfe der Kreisbevölkerung zu erwarten sind. Die Fachveranstaltung brachte daher Verantwortliche aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen, um die bevorstehenden Herausforderungen für das Wohnen im Kreis Heinsberg lösungsorientiert zu diskutieren...
 

Nach Grußworten von Landrat Pusch und Dr. Richard Nouvertné gaben Volkhardt Dörr und Wilhelm Schulze von der Stabsstelle Demografischer Wandel und Sozialplanung des Kreises Heinsberg eine kurzweilige Einführung zum Thema. Es folgte ein Referat von Herrn Prof. Dr. Rudolf Heinze vom Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie, Arbeit und Wirtschaft zu dem Thema „Demografischer Wandel und altersgerechte Quartiere“; anschließend referierte Herr Torsten Bölting vom Beratungsinstitut der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft zum Thema „Kreis, Kommunen, Quartiere: Regionale Zusammenarbeit und kleinräumige Handlungsansätze bei Herausforderungen des Wohnungsmarktes“. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion mit Landrat Pusch, Bürgermeister Peter Jansen von der Stadt Erkelenz, Dr. Richard Nouvertné sowie den beiden Gastreferenten.
Nach ausführlicher Diskussion verschiedenster Handlungsansätze konnte aus fachlicher Sicht das Fazit gezogen werden, dass im Anschluss an die Quartiersanalyse 2016 zunächst eine Bestands- und Bedarfsanalyse zu erstellen ist, um belastbar zu klären, welcher Wohnbedarf in welcher Form und in welchem Umfang künftig zu erwarten ist. Denn bevor konkrete Maßnahmen ergriffen werden, muss zunächst der genaue Handlungsbedarf definiert werden. In diesem Zusammenhang wurde von einigen Politikvertretern auch wiederholt die Forderung nach einer Kreiswohnungsbaugesellschaft ins Spiel gebracht. Nach Einschätzung der Experten wäre es zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht eine solche ins Leben zu rufen, bevor die tatsächlichen Bedarfe in Kreis Heinsberg genauer ermittelt werden. Zudem ist eine Wohnungsbaugesellschaft kein Allheilmittel zur Bekämpfung von spezifischen Defiziten auf dem Wohnungsmarkt, sondern nur ein Instrument von vielen denkbaren, um steuernd einzugreifen. Ferner bräuchte sie aufgrund der organisatorischen Erfordernisse eine längere Zeit ehe sie effektive Maßnahmen ergreifen könnte und birgt natürlich auch die Gefahr, finanzielle Verluste einzufahren.
Die CDU-Fraktion spricht sich daher nochmals für eine nachhaltige Strategie aus, bei der zuerst eine belastbare Bestands- und Bedarfsanalyse die konkreten Wohnbedarfe im Kreis Heinsberg ermittelt. Sodann ist auf dieser Grundlage zu eruieren, mit welchen Maßnahmen die zu definierenden Ziele am besten erreicht werden können. Hier ist eine gemeinsame Lösung mit den Städten und Gemeinden zu suchen, denn nur so kann eine für den gesamten Kreis Heinsberg auf breiter Basis gegründete Lösung erarbeitet werden.

aktualisiert von Martin Kliemt, 13.06.2017, 14:17 Uhr