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29.06.2020, 09:26 Uhr

Die Zukunft des ÖPNV im Kreis

WestVerkehr GmbH stellt Strategie im Ausschuss vor

Das Schwerpunktthema Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) dominierte die 27. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima, Verkehr und Strukturwandel. Großen Raum nahm die Vorstellung der kreiseigenen WestVerkehr GmbH zur zukünftigen Ausrichtung ihres Angebots ein.

(Modell eines MultifunktoinsHubs, eGo Mobile AG)
Es sei kein "runder Tisch" notwenig, befand der Ausschussvorsitzende Franz-Michael Jansen, denn "der Kreis ist bereits auf dem richtigen Weg." Gerade in einem Landkreis wie unserem sei es wichtig, die Mobilität aller Bevölkerungsgruppen sicherzustellen.

Corona ging auch am ÖPNV nicht spurlos vorüber, die Angst vor Infektionen und ein erhöhtes Ansteckungsrisiko ließ viele auf private PKW zurückgreifen. Wegen Homeoffice, Kurzarbeit und Quarantäne sowie Schulschließungen fuhr auch der ÖPNV in eine Krise. Schnell umgesetzt wurden daher die Hygienemaßnahmen wie kontaktloses Bezahlen, Möglichkeiten geschaffen, Abstände einzuhalten sowie die Taktung der regelmäßigen Reinigung und Desinfektion deutlich erhöht.

Geschäftsführer Udo Winkens führte weiter aus, welche Komponenten in der Zukunftsstrategie an Bedeutung gewinnen werden: Der eGO Mover, der MultiBus, das Car-Sharing und die Fahrradverleihstation sollen ein Mobilitätsnetzwerk herstellen, das der Nutzer vollkommen unkompliziert über sein Smartphone steuern und bezahlen kann. Die Überlegungen führen zu sogenannten MultifunktionsHubs, in denen sich verschiedene Transportmittel treffen und Umstiegsmöglichkeiten eröffnen, wie auf der Abbildung modellhaft dargestellt. Bei den geplanten Schnellbuslinien lauteten die Schlagworte Vorrangschaltung, barrierefrei und Preticketing. Man wolle es allen Fahrgästen so einfach und bequem wie möglich machen, den ÖPNV gerne zu nutzen.

Die Geschäftsführung des Aachener Verkersverbundes (AVV) stellte ergänzend die Verbundstrategie der Bereiche Tarif, Vertrieb und Marketing vor. Dabei war die Digitalisierungsoffensive des Landes Nordrhein-Westfalen ein wesentlicher Bestandteil sowie die Einführung des elektronischen Tickets auf dem Smartphone über Verbundgrenzen hinweg. Ein Pilotprojekt für den multimodalen Ausbau des Verkehrswegenetzes sei für Mitte 2021 geplant, der reguläre Start für 2022 vorgesehen. 

Der Ausschuss nahm die Vorträge mit großem Interesse zur Kenntnis und legte Wert darauf, dass die Verbindungen aus dem Kreis Heinsberg nicht nur in Richtung Aachen verbessert würden, sondern auch in Richtung Mönchengladbach, Neuss und Düsseldorf. Insbesondere die Einwohner der Städte aus dem Nordkreis fordern seit längerem einfachere und günstigere Verbindungen über die Verbundgrenze zum Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR).

aktualisiert von Daniel Reichling, 10.07.2020, 10:35 Uhr